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Ausstellung: "Scheinwerfer", Kunsthaus Hamburg im November 1993

Anmerkung zum Projekt: Die Arbeit "Das Hamburger Wunder und die X-Strahlen" spielt auf den Aspekt des Durchleuchtens des menschlichen Körpers an, d.h. auf die Erfindung der Röntgenstrahlen, die es möglich machen, das Innere des menschlichen Körpers sichtbar werden zu lassen.

Die Arbeit entstand 1993, als in Hamburg ein Medizinskandal bekannt wurde: In der Röntgenabteilung der Universitätsklinik waren Patienten mit überhöhten Strahlen-dosen geschädigt worden. Die Porträts entstammen aus einem alten medizinischen Lehrbuch, das bestimmte typische Posen bei der Röntgenaufnahme demonstriert. Die Haltungen zeigen für Hausig einerseits die Manipulation durch die Technik und das Ausgeliefertsein des Menschen. Sie drücken aber auch die Maschinengläubigkeit und das Vertrauen in den Fortschritt aus und sind Demuts- und Glaubensposen in der lkonografie christlicher Bilddarstellungen nicht unähnlich.

Die Lampen verweisen als Zeichen auf den häuslichen Bereich. Sie symbolisieren "Sicherheit" und "Geborgenheit". Ihre Form entstammt jedoch eindeutig dem sakralen Bereich (sakrale Kronleuchter sind das ursprüngliche Vorbild).

Indem Hausig die Bildvorlagen in Negative verwandelt und die Röntgenaufnahmen auf einer Leuchtwand präsentiert, fordert er dazu auf, die kulturell geformten Metaphern zu reflektieren.

Der Titel spielt auf die Entdeckung des Hamburger Alchimisten Henning Brand an, der durch Verdampfen von Urin das Phänomen des Phosphorieszierens entdeckte und die Methode zur Herstellung des "Wunderstoffes", das den Namen "Hamburger Wunder" erhielt, an den meistbietenden Interessenten verkaufte.


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