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"Safelight", 1987

Anmerkungen zum Projekt "Safelight" in der Bunkeranlage Stresemannstrasse, Berlin, im August 1987.

Vier Jahrzehnte war die Bunkeranlage Stresemannstrasse nach dem 2. Weltkrieg verdrängt und vergessen und daher unverändert erhalten geblieben, in dem vom Krieg völlig zerstörten Zentrum Berlins. Im künstlerischen Umfeld des ehemaligen KUNST und KULTUR-CENTRUM KREUZBERG, wurde bei umfangreichen Recherchen in dieser Gegend 1982/83 die verwaiste Anlage entdeckt und mit der fortlaufenden konzeptionellen Ausarbeitung zur Visualisierung des Bunkers begonnen. Erhaltene Inschriften und Verordnungen, ein vermauerter direkter Zugang zum Europahaus (eine ehemalige Nazi Behörde), sowie das benachbarte Gestapogelände machten das für 800 Personen angelegte Konstrukt als Bestandteil des Angriffskrieges deutlich. Die Grundüberlegungen der Gestaltung gehen von dem unspekulativ Vorhandenen aus. Die geschichtliche, sowie die raumsituative Eindeutigkeit der Anlage spricht für sich selbst und soll nicht überlagert oder illustriert werden, sondern die Voraussetzung bilden für eine eigenständige Deutung des Besuchers durch die Mittel der Kunst.

Die Installation: Das vorhandene Element der ursprünglichen Einrichtung, die Pfeile und Durchgänge markierende Phosphorfarbe bietet Material zur Sichtbarmachung. Nachleuchtende Farbe wird flächig eingesetzt, eingefasst durch die konkrete Begrenzung der bestrichenen Wand, der Decke oder des Bodens. Die Lichtflächen deuten die Gleichförmigkeit, rhythmisieren und verformen den Raum. Ihre statische Erscheinung wird von dem durchgehenden Besucher in Fluss gebracht. Die vorgeprägte Leere, vorgesehen zum Verharren, zum Abwarten, wird zum dynamischen Prozess und ermöglicht, assoziativ Bezüge herzustellen zwischen elementarer Erfahrung, Durchqueren einer Raumsituation in wechselnden Prozessen, Umherstreifen in der Weglosigkeit des Labyrinthes und dem sich Befinden in konkreter Gegenwart und berechneter Zukunft.


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