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licht.bad

Kunstmuseum Heidenheim, 6.12.2008 - 8.2.2009

Text: Katja Vobiller

licht.bad - ein auf verschiedenen Ebenen wörtlich zu nehmendes Projekt des Schweizer Künstlers Daniel Hausig. Vom 06. Dezember 2008 bis 08. Februar 2009 ist im Kunstmuseum Heidenheim die Ausstellung licht.bad zu sehen. Die Ausstellung besteht aus drei unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Teilen: einer begehbaren Installation aus lichtaktiven Glasflächen, konzeptionellen Fotografien und einer Videoprojektion.

Auf der Fläche des ehemaligen Schwimmbeckens werden 45 Farbfelder in Form von elektronischen Glasplatten installiert, die sich als Reaktion auf Geräusche chamäleonartig von blau-grünen bis zu weißen Lichtfarben verändern. Fallende Wassertropfen bilden die Grundlage für die akustische Komposition, die mit Hilfe einer Tonkodierung der Geräusche die wellenartigen farblichen Veränderungen auslösen, den Takt vorgeben und somit auch das Vergehen der Zeit visualisieren. Die Lichtveränderung wiederholt sich in der Videoprojektion: zunächst hat der Künstler auf einer unbewohnten Leuchtturminsel an Schwedens Westküste eine Installation aus roten Schwimmreifen aufgebaut, um dann 24 Stunden lang alle 30 Sekunden ein Foto zu machen. Aus den Fotografien entstand ein fünfminütiger Film, in dem ein kompletter Tages- und Nachtverlauf als Loop zu sehen ist. Das Phänomen der verrinnenden Zeit, das uns ständig begleitet, wird auf die Spitze getrieben.

Die Aufnahmen weisen erstaunliche Parallelen zu der romantischen Malerei Caspar David Friedrichs auf, von der sich der Künstler inspirieren ließ. Bildaufbau und Atmosphäre funktionieren gleich – jedoch: die Rolle, die bei Caspar David Friedrich etwa der Mönch einnahm, übernimmt der Betrachter selbst. Er steht als Besucher im offenen Farblichtfeld der Ausstellung und beobachtet.

Für Daniel Hausig hat das Wasser, das Meer eine ambivalente Bedeutung: einerseits verheißt es Freiheit, eine Weite, andererseits auch eine Gefahr. Kinder, die im Freibad ins Wasser springen, verspüren einen Nervenkitzel, empfinden Spaß, aber gleich folgen Nässe und Kälte. Auch die Schwimmreifen, die sowohl in der Videoprojektion als auch in den Fotografien vorkommen, bieten die Möglichkeit zum Spiel, dienen aber auch als Rettungsring. Mit seiner begehbaren Licht-Raum-Installation schafft Daniel Hausig einen Kunstort, an dem Phänomene wie Licht und Zeit sowohl physisch als auch inhaltlich thematisiert und deutlich wahrnehmbar sind.



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